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Übersicht deutsch

Hier finden Sie eine kurze Übersicht über die Situation in verschiedenen Ländern. Es kann nicht garantiert werden, dass die Informationen korrekt und auf dem aktuellen Stand sind.

Argentinien
Österreich

Belgien
Kanada
Chile
Finnland
Frankreich
Italien
Israel
Neuseeland
Spanien
Schweden
Schweiz
Niederlande
Großbritannien
Uruguay
USA

Argentinien

Die Verwendung von Cannabis ist in Argentinien illegal.
Im Jahr 2006 hat ein argentinisches Gericht den Besitz von Cannabis aus medizinischen Gründen für gerechtfertigt erklärt. Der Fall betraf eine Frau, die erklärt hatte, Cannabis zur Linderung ihrer Schmerzen zu verwenden.
Im August 2009 urteilte der oberste Gerichtshof, dass Gefängnisstrafen wegen Cannabisbesitzes nicht gerechtfertigt seien, da "jeder individuelle Erwachsene dafür verantwortlich sei, ohne staatliche Beschränkungen freie Entscheidungen hinsichtlich seines individuellen Lebensstils zu treffen".

Österreich

Die medizinische Verwendung von Cannabis ist in Österreich nicht erlaubt. Allerdings gab es eine Anzahl von Freisprüchen vor Gerichten von Patienten, die Cannabis anbauten und für den persönlichen medizinischen Gebrauch verwendeten.
Es ist möglich, Dronabinol und Nabilon (Cesamet) zu verschreiben. Es ist auch möglich, Sativex zu importierten. Wegen des vergleichsweise geringen Preises ist aus Deutschland importiertes Dronabinol das am häufigsten ärztlich verordnete Cannabisprodukt. In etwa 60 Prozent der Fälle erstatten die Krankenkassen die Kosten einer Behandlung. Etwa 1,5 bis 2 kg Dronabinol werden jährlich verordnet.

Belgien

Die medizinische Verwendung ist in Belgien zur Behandlung des Glaukoms, der Spastik bei multipler Sklerose, bei Aids und chronischen Schmerzen, bei denen konventionelle Medikamente nicht ausreichend helfen, erlaubt. Allerdings hat nach dem 4. Juli 2001, als ein entsprechender Erlass für medizinischen Cannabis von allen beteiligten Ministerien unterzeichnet wurde, wegen des administrativen Aufwands kein einziger Patient den Antragprozess zur Erlangung einer Verschreibung begonnen.
Der Freizeitkonsum von Cannabis ist in Belgien nicht erlaubt. Der Besitz von bis zu drei Gramm wird nach einer Entscheidung vom 25. Januar 2005 toleriert. Es wird als geringes Vergehen betrachtet.
 

Kanada

Ärzte können die medizinische Verwendung von Cannabis empfehlen, und Patienten mit einer Empfehlung können eine Ausnahmegenehmigung von den Drogengesetzen beantragen und eine Erlaubnis des Gesundheitsministeriums für die medizinische Verwendung von Cannabis erhalten. Sie können auch eine Erlaubnis zum Anbau ihres Cannabis für medizinische Zwecke beantragen oder ihn von einem Betreuer anbauen lassen. Patienten können auch Cannabis kaufen, der mit der Erlaubnis und unter der Aufsicht des Gesundheitsministeriums von einem lizenzierten Anbauer (Prairie Plant Systems) hergestellt wird.
Ärzte können auch Nabilon verschreiben, das für die Verwendung gegen Übelkeit und Erbrechen bei Krebschemotherapie zugelassen ist, jedoch auch zur Behandlung anderer Erkrankungen verwendet wird. Auch Sativex, das zur Behandlung von Schmerzen bei multipler Sklerose und fortgeschrittenen Krebserkrankungen zugelassen ist, kann verschrieben werden.
Viele Patienten verwenden illegalen Cannabis, und die medizinische Verwendung von Cannabis wird oft auch ohne Erlaubnis toleriert.
 

Chile

Cannabis und einzelne Cannabinoide sind nicht zur medizinischen Verwendung erlaubt.

Finnland

Cannabis ist nicht für die medizinische Verwendung erlaubt. Allerdings hat die nationale Behörde für Medikamente einem Bürger im Jahr 2006 eine spezielle Erlaubnis zur Verwendung von Cannabis zur Schmerzbekämpfung erteilt. Im Jahr 2007 hat das Gesundheitsministerium angekündigt, Richtlinien zur medizinischen Verwendung von Cannabis zu veröffentlichen.

Frankreich

Cannabis ist in Frankreich nicht zur medizinischen Verwendung erlaubt.
Es ist möglich, von der französischen Behörde für die Sicherheit von Medizinprodukten (AFSSAPS) eine Erlaubnis zur Verwendung von Medikamenten, die auf dem französischen Markt nicht zugelassen sind, zu erhalten. Zwischen 2001 und 2008 wurden 74 solcher Erlaubnisse für die Verwendung von Marinol (Dronabinol) für eine Anzahl verschiedener Erkrankungen, inklusive Schmerzen, Gewichtsverlust, Übelkeit, Tourette-Syndrom, Dystonie und entzündliche Erkrankungen des Nervensystems erteilt.

Italien

Die Cannabisblüten aus Holland (Bedrocan und andere) können von Krankenhausapotheken und anderen Apotheken nach einem entsprechenden Import erhalten werden. Im ersten Fall, beim Import durch Krankenhausapotheken kann der Patient das Medikament für einen Preis von 7-9 Euro pro Gramm (plus Transportkosten) erhalten. Die zentrale Voraussetzung ist die Stellungnahme eines Arztes, dass es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten in Italien gibt. Im zweiten Fall benötigt man nur die Verschreibung eines Arztes, der Preis in Höhe von 35-40 Euro pro Gramm muss allerdings vom Patienten getragen werden. Es wurden zudem verschiedene regionale Gesetze verabschiedet, die in der Theorie die Verschreibung erleichtern, bisher aber kaum genutzt werden. Im September 2004 wurde von verschiedenen Ministerien die Produktion von Cannabis durch das Militärische Chemisch-Pharmazeutische Institut zu einem geringeren Preis verabschiedet. Die genauen Regelungen wurden jedoch noch nicht definiert.

Israel

Das Gesundheitsministerium hat den medizinischen Direktor eines psychiatrischen Krankenhauses dazu ermächtigt, die medizinische Verwendung von Cannabis zu erlauben. Die Anfrage an diesen Krankenhausdirektor muss von einem Arzt kommen, der den Patienten behandelt hat. Der Arzt muss erklären, dass die bisherige Therapie nicht erfolgreich war, und dass er Cannabis empfiehlt. Der Cannabis kommt aus einer legalen Quelle, ein Hof, auf dem er angebaut und kostenlos an Patienten abgegeben wird. Im Juli 2009 besaßen 700 Patienten eine Erlaubnis zur Verwendung von Cannabis.
Zudem besitzt Prof. Raphael Mechoulam eine Erlaubnis, THC aus Haschisch zu gewinnen, was von Ärzten des Hadassah-Krankenhauses verwendet wird.

Neuseeland

Ärzte können eine Erlaubnis zur Verschreibung eines nicht zugelassenen Medikaments, das bereits in einem anderen Land zugelassen ist, beantragen. Im Jahr 2008 wurden erste Erlaubnisse für Sativex erteilt. Die zuständige Regelungsbehörde MedSafe hat auf ihrer Internetseite ein Antragsformular verfügbar gemacht, das Ärzte ausfüllen können.

Spanien

Der Besitz und der Anbau von Cannabis zum Eigenbedarf und der Konsum der Droge ist legal, wenn er nicht in der Öffentlichkeit geschieht und keinen kommerziellen Zwecken dient. Cannabissamen können unter bestimmten Bedingungen gekauft und verkauft werden. Ärzte können Cesamet (Nabilon) und Marinol (Dronabinol) gegen Übelkeit und Erbrechen bei Krebschemotherapie, sowie Sativex bei verschiedenen Erkrankungen verschreiben.

Schweden

Cannabis ist in Schweden nicht zur medizinischen Verwendung erlaubt.
Es besteht die Möglichkeit, eine Ausnahmegenehmigung zur Verwendung von Marinol (Dronabinol) oder Sativex zu erhalten.
Patienten, die Cannabis aus medizinischen Gründen verwenden, erhalten im Allgemeinen vor Gericht die gleichen Strafen wie Freizeitkonsumenten der Droge. Die Gerichte lehnen eine Verteidigung mit Verweis auf eine medizinische Notwendigkeit ab.

Schweiz

Dronabinol wird in der Schweiz nur selten verwendet, da es nur eine Apotheke gibt, die die Erlaubnis zum Verkauf des Cannabinoids, das aus Deutschland importiert wird, besitzt. Die Verwendung von Dronabinol setzt eine besondere Erlaubnis des Gesundheitsministeriums voraus. Gegenwärtig erhalten etwa 30 Patienten in der Schweiz Dronabinol.
Die medizinische Verwendung von Cannabis ist nach dem Gesetz illegal, wird von den Behörden jedoch oft toleriert, wenn sie nicht mit einem Handel verbunden ist. Im Jahr 2008 haben die Wähler ein Referendum angenommen, nach der die medizinische Verwendung von Cannabisprodukten erlaubt sein soll. Allerdings ist es bisher unklar, wie dieses Ergebnis in die Praxis umgesetzt werden soll.

Niederlande

Cannabis ist in den Niederlanden zur medizinischen Verwendung erlaubt. Patienten erhalten in Apotheken Cannabis von pharmazeutischer Qualität. Das Büro für medizinischen Cannabis ist der offizielle alleinige Vertreiber von medizinischem Cannabis. Es wird geschätzt, dass etwa 500 Patienten medizinischen Cannabis aus der Apotheke verwenden.
Das höchste holländische Gericht hat im Jahr 2008 einen Patienten, der seine eigenen Cannabispflanzen angebaut hat, wegen einer Notstandssituation freigesprochen.
Viele Patienten erhalten Cannabis aus Coffee-Shops, die in vielen Städten toleriert werden und Cannabis an Patienten und Freizeitkonsumenten verkaufen.

Großbritannien

Die Verwendung von Cannabis ist illegal. Allerdings sind Verurteilungen wegen des Besitzes geringer Mengen bei einer offensichtlichen medizinischen Verwendung selten.
Sativex kann als nicht lizenziertes Medikament namentlich benannten Patienten verordnet werden.
Nabilon ist für die Verwendung bei Chemotherapie-induzierter Übelkeit zugelassen, wird jedoch häufig zur Behandlung von Schmerzen und Spastik verwendet.

Uruguay

Am 23. Dezember 2013 unterzeichnete Präsident Jose Mujica das Gesetz zur Schaffung eines regulierten legalen Marktes für Cannabis. Das war der letzte formale Schritt, bevor das Gesetz in Kraft tritt. Die Bürger Uruguays sollen genug Cannabis kaufen dürfen, um wöchentlich etwa 20 Cannabiszigaretten rollen zu können, zu einem Preis unter dem Schwarzmarktpreis.

USA

Die Verwendung, der Besitz, der Anbau und der Verkauf von Cannabis ist nach den Bundesgesetzen illegal.
Gegenwärtig besitzen vier überlebende Patienten des Compassionate Use Investigational New Drug Program eine Ausnahmegenehmigung von diesem Gesetz und erhalten Cannabis direkt vom Staat zur Behandlung ihrer Erkrankungen.
Die medizinische Verwendung von Cannabis ist nach den staatlichen Gesetzen unter bestimmten Bedingungen, die in diesen Staaten variieren, in den folgenden 14 Staaten erlaubt: Alaska, Kalifornien, Colorado, Hawaii, Maine, Maryland, Minnesota, Montana, Neumexiko, New Jersey, Oregon, Rhode Island, Vermont und Washington.
Ärzte können Marinol (Dronabinol) und Cesamet (Nabilon) verschreiben.

 

Fortbildung

Cannabis und Cannabinoide in der Medizin

Eine Veranstaltung der ACM e.V. in Zusammenarbeit mit der Ärztekammer Hessen und dem Dezernat für Personal und Gesundheit / Drogenreferat der Stadt Frankfurt, 13. Mai 2017 in Frankfurt.

Kongresse

Die Cannabinoid Conference 2017 der IACM, 29.-30. September 2017, Köln, Deutschland.

Filme für Ärzte

Filme für Ärzte und Patienten, die die Möglichkeiten einer medizinischen Verwendung von Cannabisprodukten in Deutschland erläutern.

Erklärung

Erklärung der Menschenrechte für den medizinischen Zugang zu Cannabis und Cannabinoiden

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