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IACM-Informationen vom 26. Mai 2018

Thailand: Die Regierung möchte Cannabis für medizinische Zwecke verfügbar machen

Eine Gesetzesvorlage, die einen begrenzten Zugang zu Cannabis für medizinische Zwecke erlauben würde, wurde vom Interim-Kabinett angenommen. Die Gesetzesvorlage würde nicht nur Cannabis, sondern auch die Verwendung anderer Betäubungsmittel, inklusive Kratom und Opium, erlauben, um die Durchführung medizinischer Forschung zu ermöglichen – ein notwendiger Schritt hin zu einer größeren Verfügbarkeit für therapeutische Zwecke.

„Die Genehmigung dieser Gesetzesvorlage ist eine wichtige Angelegenheit“, erklärte Regierungssprecher Sansern Kaewkamnerd. „Betäubungsmittel der Klasse 5 waren für den Anbau und die Extraktion erlaubt …, jedoch nicht für den Konsum, was es unmöglich gemacht hat, sie für Forschung am Menschen zu verwenden“. Wenn das Parlament zustimmt, würde das neue Gesetz die Kommission für Betäubungsmittel autorisierten, Plantagen für den Anbau und die Durchführung von Experimenten anzulegen.

Khaosod English vom 16. Mai 2018

Wissenschaft/Mensch: CBD verbessert in einer großen klinischen Studie die Anfallsfrequenz bei Patienten mit Lennox-Gastaut-Syndrom

In einer placebokontrollierten Studie mit 225 Patienten, die am Lennox-Gastaut-Syndrom litten, reduzierte CBD die Anfallsfrequenz. Wissenschaftler von 30 US-amerikanischen und EURopäischen Zentren, darunter die Mayo Klinik in Rochester, die New York Universität, die staatliche Universität von Ohio und die Universität von Glasgow, veröffentlichten ihre Ergebnisse im New England Journal of Medicine. Patienten im Alter zwischen 2 und 55 Jahren erhielten 14 Wochen lang täglich entweder ein Placebo, 10 mg CBD pro Kilogramm Körpergewicht oder 20 mg/kg CBD, aufgeteilt in 2 gleiche Dosen. Die bisherige Medikation wurde beibehalten.

76 Patienten wurden der 20-mg-Cannabidiol-Gruppe zugewiesen, 73 der 10-mg-Cannabidiol Gruppe und 76 der Placebo-Gruppe. Die mediane prozentuale Reduzierung der Anfallsfrequenz während der Behandlungssperiode war 41,9 % in der 20-mg-CBD-Gruppe, 37,2 % in der 10-mg-CBD-Gruppe und 17,2 % in der Placebo-Gruppe. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Schläfrigkeit, reduzierte Appetit und Durchfall. Sechs Patienten in der 20-mg- CBD-Gruppe und ein Patient in der 10-mg-CBD-Gruppe beendeten die Studie aufgrund von Nebenwirkungen. Die Autoren folgern, dass „bei Kindern und Erwachsenen mit Lennox-Gastaut-Syndrom die Zugabe von Cannabidiol in einer Dosis von 10 mg oder 20 mg pro Kilogramm und Tag als Zusatz zu einer konventionellen antiepileptischen Therapie zu einer größeren Reduzierung der Häufigkeit von Drop-Anfällen führte als ein Placebo“.

Devinsky O, Patel AD, Cross JH, Villanueva V, Wirrell EC, Privitera M, Greenwood SM, Roberts C, Checketts D, VanLandingham KE, Zuberi SM; GWPCARE3 Study Group. Effect of Cannabidiol on Drop Seizures in the Lennox-Gastaut Syndrome. N Engl J Med. 2018;378(20):1888-1897.

Kurzmeldungen

IACM: Nun auf Twitter und Facebook
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IACM: Neue Veröffentlichungen in Cannabis and Cannabinoid Research
Es wurden neue Artikel in CCR, der Partner-Zeitschrift der IACM veröffentlicht:
Cannabis for the Management of Cancer Symptoms: THC Version 2.0? von Manuel Guzmán.
Cannabis and the Opioid Crisis von Daniele Piomelli, Susan Weiss, Graham Boyd, Rosalie Liccardo Pacula, und Ziva Cooper.
Prolonged Cannabidiol Treatment Effects on Hippocampal Subfield Volumes in Current Cannabis Users von Camilla Beale, Samantha J. Broyd, Yann Chye, Chao Suo, Mark Schira, Peter Galettis, Jennifer H. Martin, Murat Yücel, und Nadia Solowij.

Deutschland: Drogenbeauftragte schlägt die Entkriminalisierung des Cannabisbesitzes vor
In einem Interview schlug die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, ein Ende von Strafverfahren für Cannabisbesitz zum Eigenbedarf und die Einführung eines Systems von Bußgeldern vor. In der Zukunft sollten Menschen, die mit Cannabis zum Eigenbedarf erwischt werden, zwischen einem Bußgeld und einer Behandlung des Drogenmissbrauchs wählen dürfen.
Süddeutsche Zeitung vom 15. Mai 2018

Wissenschaft/Mensch: Das British Medical Journal ruft zur Drogenlegalisierung auf
In einem Editorial rief das British Medical Journal zur Legalisierung von Drogen auf. „Es geht nicht darum, ob Sie denken, dass Drogen gut oder schlecht sind. Es ist eine evidenzbasierte Position, die vollständig in Übereinstimmung mit einer Herangehensweise im Bereich der öffentlichen Gesundheit an Gewaltkriminalität steht... Das BMJ steht fest hinter Bemühungen, den Verkauf von Drogen für den Freizeitkonsum und die medizinische Verwendung zu legalisieren, zu regulieren und zu besteuern. Dies ist ein Thema, bei dem Ärzte ihre Stimme hörbar machen können und sollten“, schrieben sie.
Editor's Choice. Drugs should be legalised, regulated, and taxed. BMJ 2018;361:k2057.

Wissenschaft/Mensch: Ein Cannabisspray hat keine nachteiligen Wirkungen auf die Fahreignung von Patienten
In einer Übersicht von Artikeln, die zwischen Januar 2000 und Juni 2017 veröffentlicht wurden, fanden die Autoren keinen Hinweis auf eine Zunahme von Verkehrsunfällen im Zusammenhang mit der Verwendung des Cannabis-Sprays Sativex. Die Mehrzahl der Patienten gab eine Verbesserung der Fahreignung nach Beginn der Cannabistherapie an. Es wurde spekuliert, dass dies mit der reduzierten Spastik und/oder einer besseren kognitiven Funktion verbunden war.
Klinik für Neurologie, Universitätskrankenhaus Oslo, Norwegen.
Celius EG, Vila C. Brain and Behaviour, 6. April 2018 [im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Cannabis beeinträchtigt die Fahreignung bei gesunden gelegentlichen Cannabiskonsumenten
In einer Studie mit gesunden gelegentlichen Cannabiskonsumenten im Alter zwischen 25 und 35 Jahren reduzierte eine Cannabiszigarette mit 20 mg THC die Fahreignung unter realen Fahrbedingungen und simulierten Fahrbedingungen. Die Wirkung war im simulierten Fahreignungstest größer.
Assistance Publique Hôpitaux de Marseille, Frankreich.
Micallef J, et al. Fundam Clin Pharmacol, 12. Mai 2018 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: Eine langzeitige Behandlung mit THC ist nicht mit Kopfschmerzen nach übermäßiger Einnahme verbunden
Es ist bekannt, dass viele Schmerzmittel, darunter Morphium und NSAR wie Ibuprofen Kopfschmerzen nach wiederholter Einnahme verursachen können. In einem Rattenmodell für Migräne verursachte die wiederholte Verabreichung von Morphium Kopfschmerzen, während THC gegen die Schmerzen wirksam blieb.
Staatliche Universität von Washington, USA.
Kandasamy R, et al. Behav Pharmacol, 16. Februar 2018 [Im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Ein peripherer Agonist am CB1-Rezeptor könnte Krebsschmerzen reduzieren
Ein synthetisches Cannabinoid, das nur den peripheren CB1-Rezeptor aktiviert, reduzierte ein spontanes Schmerzverhalten in einem Nagetiermodell für krebsinduzierte Knochenschmerzen.
Medizinische Fakultät, Universität von Arizona, Tuscon, USA.
Zhang H, et al. Pain, 16. Mai 2018 [im Druck]

Wissenschaft: Ein neuer Weg zur Quantifizierung von Cannabinoiden in der Cannabispflanze
Forscher entwickelten eine Methode, um schneller 11 Cannabinoide in Cannabisblütenextrakten zu quantifizieren.
Universität von British Columbia Okanagan, Kelowna, Kanada.
Noestheden M, et al. Phytochem Anal, 30. März 2018 [im Druck]

Wissenschaft: Anandamid bildet Komplexe mit Cholesterin und Ceramid
Forscher zeigten, dass das Endocannabinoid Anandamid einen molekularen Komplex mit Cholesterin bildet und an Ceramid bindet. Die Autoren schrieben, dass das „Cholesterin den Eintritt und den Austritt von Anandamid in den CB1-Rezeptor und heraus reguliert“, und dass „Ceramid einen festen Komplex mit Anandamid bildet, die den Abbau-Weg beider Lipide blockiert, was für Krebstherapien genutzt werden könnte“.
Parc Scientifique de Luminy, Marseille, Frankreich.
Scala CD, et al. Biomolecules. 2018;8(2).

Wissenschaft/Tier: Eine chronische Behandlung mit hohen CBD-Dosen könnte die männliche Fruchtbarkeit negativ beeinflussen
In einer Studie erhielten junge, 21 Tage alte männliche Mäuse 34 Tage lang täglich 15 oder 30 mg CBD pro Kilogramm Körpergewicht. Forscher fanden nach einer 35-tägigen Erholungszeit eine reduzierte Zahl von Spermien und eine erhöhte Zahl abnormer Spermien. Sie folgerten, dass hohe CBD-Dosen bei jungen Mäusen zu einer Beeinträchtigung der männlichen Fruchtbarkeit führen könnten.
Universidade Federal de Goiás, Brasilien.
Carvalho RK, et al. J Appl Toxicol, 16. Mai 2018 [im Druck]

Wissenschaft/Mensch: CBD verbesserte nicht das Gedächtnis oder die Impulsivität während einer Tabak-Abstinenz
In einer Placebo kontrollierte Studie mit 30 abhängigen Tabakrauchern verbesserte 800 mg orales CBD im Vergleich zu Placebo nicht das verbale oder räumliche Arbeitsgedächtnis oder die Impulsivität während einer Abstinenz von Tabak.
Universitätskolleg London, Großbritannien.
Hindocha C, et al. Sci Rep. 2018;8(1):7568.

Blick in die Vergangenheit

Vor einem Jahr

Vor zwei Jahren

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