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IACM-Informationen vom 17. März 2018

Europa: Die EURopäische Union ruft ihre Mitgliedstaaten auf, Alternativen zu Strafmaßnahmen gegen Drogenkonsumenten zu finden

Im Juli 2017 hat der Rat für Justiz und Inneres Vorschläge zu Alternativen zu Zwangsmaßnahmen für Drogen konsumierende Straftäter angenommen. Diese Empfehlungen waren innerhalb des Rahmens des EU-Aktionsplans zu Drogen 2017 bis 2020 genehmigt worden. Sie verlangen von den Mitgliedstaaten, die Entwicklung von Alternativen zu Strafmaßnahmen für Drogen konsumierende Straftäter zu entwickeln, „wo sie angemessen sind und in Übereinstimmung mit den rechtlichen Rahmenbedingungen stehen“. “Im Jahre 2018 ist es angemessen, dass Patienten, die gemäß einer Empfehlung eines Arztes von einer Behandlung mit Cannabis profitieren, nicht länger Sanktionen durch die Justizsysteme in EURopäischen Ländern und weltweit ausgesetzt sind, wenn sie die Droge nutzen“, kommentierte Dr. Franjo Grotenhermen, Geschäftsführer der IACM, den Aktionsplan.

Diese Vereinbarung stellt den politischen Willen der 28 EU Mitgliedstaaten dar, in jedem Rechtssystem alternative Maßnahmen zu Strafmaßnahmen anzuwenden um: der Kriminalität vorzubeugen; Rückfälle zu vermeiden; die Wirksamkeit und Effektivität des Strafrechtssystems zu stärken und dann zu schauen, wie gesundheitsrelevante Schäden reduziert sowie soziale Risiken minimiert werden können. Alternative Maßnahmen können umfassen: Erziehung; Aufhebung von Untersuchung oder Strafverfolgung; Ersatz von Verurteilung durch Behandlung; Rehabilitation und Erholung, Nachsorge und soziale Integration.

EMCDDA zum EU Action Plan on drugs 2017-2020

EU Action Plan on drugs 2017-2020

Brasilien: Polizeiliche Untersuchungen gegen einen Cannabisforscher lösen Proteste aus

Eine polizeiliche Untersuchung, die auf einen der prominentesten Cannabisforscher Brasiliens abzielt, hat eine Welle von Protesten unter Wissenschaftlern ausgelöst. Sie sagen, dass dieser Schritt durch die Behörden des Staates Sao Paulo die Freiheit der Forschung bedroht, in einer Zeit, in der die Wissenschaft des Landes aufgrund drakonischer Budgetkürzungen erheblichen Problemen ausgesetzt ist.

Nach Angaben der Behörden befragte die Polizei am 21. Februar Elialdo Carlini (87 Jahre), einen emeritierten Professor für Psychopharmakologie der Bundesuniversität von Sao Paulo, unter dem Verdacht, zur Drogenkriminalität aufzurufen. Sie untersuchen den Fall noch und haben Carlini bisher nicht angeklagt. Gemäß Dokumenten von Rosemary Porcelli da Silva, Staatsanwältin des Bundesstaates Sao Paulo, die die Eröffnung des Falls gegen Carlini beantragte, sah sie „theoretisch starke Hinweise auf eine Anstiftung“ während eines Cannabissymposiums, das er im Mai des letzten Jahres organisiert hatte.

Nature vom 8. März 2018

Kurzmeldungen

Wissenschaft: Internationale Konferenzen zu Cannabis in Wissenschaft und Medizin 2018
Israel: 1st International Conference on Medical Cannabis vom 23. bis 26. April 2018 in Tel Aviv.
USA: ICR Conference 2018 vom 26. bis 28. April 2018 an der Colorado State University in Pueblo.
Österreich: The International Annual Congress on Controversies in Cannabis- Based Medicines vom 25. bis 26. Juni 2018 in Wien.
Niederlande: The 28th Annual International Cannabinoid Research Society Symposium on the Cannabinoids vom 30. Juni bis 5. Juli 2018 in Leiden.
USA: CannMed 2018 vom 22. bis 24. Oktober 2018 in Los Angeles.

Wissenschaft/Mensch: Etwa die Hälfte der Kinder mit Epilepsie zeigte eine signifikante Verbesserung nach einer CBD-Behandlung
Gemäß einer Analyse von Daten über 66 Kinder mit Epilepsie, die eine Tagesdosis von mindestens 8 mg CBD pro kg Körpergewicht zusätzlich zu ihrer Standardmedikation erhielten, hatten 48,5 % eine mehr als 50 %ige Verbesserung hinsichtlich der Anfallshäufigkeit; 21,2 % wurden anfallsfrei. Die Autoren folgerten, dass „gefunden wurde, dass CBD einen potenziellen Nutzen als Zusatztherapie bei refraktären Epilepsieformen im Kindesalter hat, vor allem durch Reduzierung der Anfallsbelastung“.
Universitätskinderkrankenhaus, Medizinzentrum der Universität Ljubljana, Slowenien.
Neubauer D, et al. Epilepsy Behav, 8. März 2018 [im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Eine große Zahl von Patienten mit Querschnittslähmung und traumatischer Hirnverletzung verwendet Cannabis
In einer Umfrage mit 116 Patienten, die entweder an Querschnittslähmung oder traumatischer Hirnverletzung litten, verwendeten viele Cannabis. Unter den Teilnehmern mit Querschnittslähmung waren die häufigsten Gründe für die Einnahme die Reduzierung der Spastik (70 %), Entspannung (63 %) und Verbesserung des Schlafes (63 %). Bei denen mit traumatischer Hirnverletzung waren die Gründe Entspannung (72 %), die Reduzierung von Stress und Angst (62 %) und die Verbesserung des Schlafes (55 %).
Forschungsabteilung, Craig-Krankenhaus, Englewood, USA.
Hawley L, et al. Arch Phys Med Rehabil, 7. März 2018 [im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Die Verwendung von CBD bei Kindern hatte nur minimale Wirkungen auf andere antiepileptische Medikamente
Die Verwendung von 5, 10 oder 20 mg CBD pro kg Körpergewicht bei 32 Kindern mit Dravet-Syndrom (4 bis 10 Jahre alt) hatte keine Wirkung auf die Blutkonzentrationen der antiepileptischen Medikamente Clobazam, Valproinsäure, Levetiracetam, Topiramat und Stiripentol, erhöhte jedoch die Spiegel von Desmethylclobazam. Die Forscher fanden häufiger Nebenwirkungen durch CBD (Anstieg der Körpertemperatur, Schläfrigkeit, reduzierter Appetit, Sedierung, Übelkeit, Ataxie und abnormes Verhalten) im Vergleich zum Placebo.
NYU Epilepsie-Zentrum, New York, USA.
Devinsky O, et al. Neurology, 14. März 2018 [im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Etwa einer von 20 Patienten mit Herzinfarkt wies Cannabinoide im Körper auf
In einer Studie mit 2097 Patienten mit Herzinfarkt gaben 6 % einen Cannabiskonsum in der Woche vor dem Herzinfarkt an oder wiesen nach einem Drogenscreening Abbauprodukte von Cannabinoiden in ihrem Körper auf.
Brigham and Women's Hospital, Harvard Medical School, Boston, USA.
DeFilippis EM, et al. J Am Coll Cardiol, 5. März 2015 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: CBD reduziert die Angst aufgrund einer Erleichterung der Endocannabinoid-Freisetzung
In einer Studie mit gestressten Mäusen beobachteten Wissenschaftler, dass CBD die Wirkungen auf das Verhalten durch unvorhersehbaren Stress „vermutlich aufgrund einer Erleichterung der Endocannabinoid-Neurotransmission und anschließender CB1/CB2-Receptoraktivierung“ verursacht.
Universität von São Paulo, Ribeirão Preto, Brasilien.
Fogaça MV, et al. Neuropharmacology. 2018;135:22-33.

Wissenschaft/Mensch: Cannabis verbessert die Übelkeit bei einem Patienten mit Post-Polio-Syndrom
Ärzte berichteten von einem 79 Jahre alten Patienten mit Post-Polio-Syndrom. Im Laufe seiner Erkrankung traten wiederholt Oberbauchschmerzen und eine therapieresistente Übelkeit ohne Erbrechen auf, die gut auf Cannabis ansprach.
Institut für Hausarztmedizin, Medizinische Fakultät der Universität Bonn, Deutschland.
Bleckwenn M, et al. Dtsch Med Wochenschr. 2018;143(5):344-348.

Wissenschaft/Mensch: Cannabiskonsum verursachte keine Verschlechterung von Angststörungen
In einer Studie mit 3723 Teilnehmern, die an einer Angststörung litten, war Cannabiskonsum nicht unabhängig mit einem schlechteren Therapieergebnis nach 4 Jahren verbunden.
Psychologisches Institut, Universität Ariel, Israel.
Feingold D, et al. Depress Anxiety, 27. Februar 2018 [im Druck]

Blick in die Vergangenheit

Vor einem Jahr

Vor zwei Jahren

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Erklärung

Erklärung der Menschenrechte für den medizinischen Zugang zu Cannabis und Cannabinoiden

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