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IACM-Informationen vom 03. Juli 2010

Großbritannien: Sativex nun in den Apotheken erhältlich

Nach einer Pressemitteilung von GW Pharmaceuticals ist der Cannabisextrakt Sativex nun in Großbritannien verfügbar. Es ist ein flüssiger Ganzpflanzenextrakt, der in den Mund gesprüht wird und für die Behandlung der Spastik bei multipler Sklerose verwendet wird. Jeder Hub (Spraystoß) enthält 2,7 mg THC (Dronabinol) und 2,5 mg CBD (Cannabidiol). Sativex wird von GW an einem nicht öffentlich bekannten Ort in Großbritannien hergestellt. Das Medikament wird in Großbritannien von Bayer Schering Pharma vermarktet. Nach einer Pressemitteilung von Bayer beträgt der Preis für ein Fläschchen mit 10 ml 125 britische Pfund (etwa 150 EUR, etwa 185 US-Dollar).

Jedes Fläschchen mit 10 ml Sativex enthält etwa 90 Sprühstöße, was bedeutet, dass ein Fläschchen etwa 243 mg THC enthält. Ein Milligramm THC würde etwa 0,62 EUR (etwa 0,76 US-Dollar) kosten. Der Preis für Marinol (THC) in den USA hängt von der Packungsgröße ab und beträgt etwa 2,20 US-Dollar pro mg (1,80 EUR). Der Preis von THC (Dronabinol) in Deutschland beträgt etwa 0,80 EUR pro mg. Der Preis von 1 g Cannabisextrakt des deutschen Unternehmens THC Pharm mit 630 mg THC, der Patienten mit einer Ausnahmegenehmigung zur Verwendung von Cannabis zur Verfügung steht, beträgt 225 EURo, so dass 1 mg 0,36 EURo kostet. Der Preis von THC in der Cannabissorte Bedrocan (19 Prozent THC, 9 EURo pro Gramm), beträgt etwa 0,05 EUR pro mg.

Mehr unter:
- www.gwpharm.com
- www.gwpharm.com/uploads/sativexconsrelease16.6.10.pdf

(Quellen: Pressemitteilung von GW Pharmaceuticals vom 21. Juni 2010, Pressemitteilung von Bayer Schering Pharma vom 21. Juni 2010, persönliche Mitteilungen und Internetquellen)

Kurzmeldungen

Welt/Großbritannien: Cannabiskonsum
Nach dem Weltbericht zu Drogen durch das Drogenbüro der Vereinten Nationen (UNODC) bleibt Cannabis die in der Welt am meisten produzierte und konsumierte illegale Substanz: Sie wird in fast allen Ländern der Erde angebaut und wird von 130 bis 190 Millionen Menschen mindestens einmal im Jahr geraucht. Afghanistan ist nun der bedeutendste Produzent für Cannabisharz (so wie für Opium). (Quelle: Pressemitteilung durch UNODC vom 23. Juni 2010)

Wirtschaft/Großbritannien: GW Pharmaceuticals
Das britische Unternehmen GW Pharmaceuticals und das japanische Unternehmen Otsuka Pharmaceutical haben eine dreijährige Verlängerung ihrer Zusammenarbeit bei der Cannabinoidforschung vereinbart. Diese Zusammenarbeit wurde ursprünglich im Juli 2007 für einen dreijährigen Zeitraum unterzeichnet, und sie wird nun bis zum Ende Juni 2013 verlängert. Nach der Vereinbarung erforschen GW und Otsuka Pharmaceutical eine Anzahl von Cannabinoiden von GW als potenzielle neue Kandidaten für Medikamente in den Feldern Störungen des zentralen Nervensystems (ZNS) und Onkologie (Krebsforschung). (Quelle: Pressemitteilung durch GW Pharmaceuticals vom 30. Juni 2010)

Wissenschaft: Bildung von Nervenzellen
Nach Tierforschung mit Mäusen durch Wissenschaftler aus Deutschland, Schweiz und Mexiko vergrößert CBD (Cannabidiol) die Bildung von neuem Nervenzellen bei Erwachsenen, während THC keine Wirkung hatte. (Quelle: Wolf SA, et al. Cell Commun Signal 2010;8(1):12.)

Wissenschaft: Geruch
Nach Ergebnissen einer Arbeitsgruppe aus deutschen und italienischen Wissenschaftlern ist das Endocannabinoid 2-AG an der Empfindlichkeit des Geruchsinns von Fröschen (Xenopus laevis) beteiligt. Hunger macht Nervenzellen, die für den Geruch verantwortlich sind, empfindlicher. (Quelle: Breunig E, et al. J Neurosci 2010;30(26):8965-73.)

Wissenschaft: Transplantation
Wissenschaftler der Universität von Südcarolina in Columbia (USA) schlagen vor, dass Cannabinoide nützlich bei der Verhinderung der Transplantat-Abstoßung sein könnten. Sie stellen fest, dass die "psychotropen Eigenschaften von CB1-Agonisten ihre klinische Verwendung limitiert, aber CB2-Agonisten eine neue Möglichkeit bieten, um selektiv Immunzellen, die an der Allograft-Abstoßung beteiligt sind, zu beeinflussen". (Quelle: Nagarkatti M, et al. Trends Pharmacol Sci, 28. Juni 2010 [im Druck])

Wissenschaft: Entzündung
Nach Forschung an der Universität von Aberdeen (Großbritannien) reduzierte das Pflanzencannabinoid THCV (Delta-9-Tetrahydrocannabivarin) Zeichen der Entzündung in einem Mausmodell für Entzündung und Schmerzen. Diese Wirkung war zum Teil durch Cannabinoidrezeptoren vermittelt. (Quelle: Bolognini D, et al. Br J Pharmacol 2010;160(3):677-87.)

Wissenschaft: Kolitis
Nach Forschung an der Universität von Hertfordshire (Großbritannien) mit einem Rattenmodell für Kolitis waren sowohl THC als auch CBD von Nutzen. Diese nützlichen Wirkungen beider Cannabinoide addierten sich. (Quelle: Jamontt JM, et al. Br J Pharmacol 2010;160(3):712-23.)

Wissenschaft: Natürlicher Hemmer von FAAH
Wissenschaftler der Universität von Umea (Schweden) untersuchten die Fähigkeit von Flavonoiden zur Hemmung von FAAH (Fettsäureamidhydrolase), das Enzym, das das Endocannabinoid Anandamid abbaut. Von den getesteten Substanzen wurde Biochanin A als die vielversprechendste ermittelt. Dieses Flavonoid kommt in hoher Konzentration in Klee (Trifolium pratense) vor. (Quelle: Thors L, et al. Br J Pharmacol 2010;160(3):549-60.)

Wissenschaft: Todesrisiko
Australische Wissenschaftler führten eine Literaturrecherche zur Frage durch, ob Cannabiskonsum das Todesrisiko erhöht. Sie folgerten, dass es "unzureichende Beweise gibt, zum Teil wegen der geringen Zahl der Studien, um einzuschätzen, ob die Mortalitätsrate aus allen Ursachen zusammengenommen bei Cannabiskonsumenten in der Allgemeinbevölkerung erhöht ist". (Quelle: Calabria B, et al. Drug Alcohol Rev 2010;29(3):318-30.)

Wissenschaft: Sepsis
Eine brasilianische Arbeitsgruppe untersuchte die Wirkungen von CBD (Cannabidiol) in einem Rattenmodell für Sepsis. CBD reduzierte die Mortalität durch Reduzierung des oxidativen Stresses in peripheren Organen wie Leber und Nieren sowie im Gehirn. (Quelle: Cassol-Jr OJ, et al. Brain Res, 15. Juni 2010 [im Druck])

Blick in die Vergangenheit

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